Die stärkste (und magischste) Kraft ist die Liebe.
Nimm als Beispiel das Miteinander der Menschen. Liebe ich jemanden, verzeihe ich ihm viel mehr als wenn keine Liebe im Spiel ist. Liebe ich, kann ich leicht über Dinge hinwegsehen oder sie vielleicht sogar akzeptieren lernen.
Stehe ich einer Person neutral gegenüber, nerven mich viel eher Dinge, die ich bei jemandem den ich liebe vielleicht überhaupt nicht wahrnehme.
Und liebe ich jemanden nicht mehr ….. Nun ja, das kennst Du sicherlich. Man fragt sich, wieso einem das nicht eher aufgefallen ist, wie nervig die Lache ist, wie übergriffig die Handlungen.
Und was hat die Liebe jetzt mit Trauer zu tun? Trauer entsteht, wenn meine Liebe ins Leere läuft, kein Gegenüber (mehr) hat. Trauer ist also ein Teil der Liebe.
Manchmal ist Aushalten viel schwerer, als etwas zu tun, Ratschläge zu geben, Lösungen anzubieten.
Vor ein paar Tagen fand ich diesen Post bei Instagram:
Instagram: farbflausen
So wahr. Wie schnell sind wir doch versucht, Stille mit Worten zu füllen, mit einer noch schlimmeren Geschichte zu antworten.
Die Menschen sprechen mit mir. Schon immer. Ich bin die, die an der Bushaltestelle angesprochen wird, im Café, auf der Bank in den Grünanlagen. „Ich kann gut zuhören.“, habe ich als junges Mädchen in ein Freundebuch geschrieben. ….und nicht erkannt, dass es ein Talent ist.
Ich halte Geschichten aus, frage nach, lasse mein Gegenüber erzählen. Wahrscheinlich wäre ich auch ein guter Therapeut geworden – aber ich wollte ja lieber was mit Pflanzen machen. 😉
Das Leben hat mich wieder an den Anfang geführt und ich mich erinnert, dass ich gut zuhören kann und dass das ein Talent ist. Denn „die meisten Menschen hören Dir gar nicht wirklich zu, sondern warten nur darauf, dass sie dran sind, zu reden“. (Tyler Durdun, Fightclub)
In einer Gesellschaft, die sich immer mehr auf den Einzelnen konzentriert, in der die Vereinsamung greifbar ist, in der jeder nur auf sich schaut, ist es umso wichtiger, Haltung zu zeigen und Halt zu geben.
Erzählbank-Projekt
Zum Zuhören gehört auch, Stille auszuhalten. Denn mein Gegenüber braucht Pausen. Pausen zum Nachdenken, Worte finden, spüren. Auch das ist eine Gabe: nicht jede Pause mit Worten füllen zu müssen. Stille auszuhalten. Schweigen zuzulassen.
Ich zeige Haltung, indem ich aushalte, was mein Gegenüber mir erzählen mag und auch wenn Pausen entstehen. Ich biete einen Halt für die, die einfach mal etwas Aussprechen müssen. Ich reiche eine Hand.
Oder, um es mit den Worten von Sandra Dundar zu sagen: „Ich bleibe.“
Im heutigen Achtsamkeitsimpuls ging es um den Klang der Gefühle. Definitiv eine Übung, die ich von nun an regelmäßig in meine Arbeit aber auch in meinen persönlichen Alltag integrieren werde.
Stell Dir vor, Dein Körper ist eine Glocke, die angeschlagen wird. Wie klingt es wohl, wenn Du fröhlich bist? Und wie, wenn Du wütend bist? Wie, wenn Du traurig bist? Oder ängstlich. Kannst Du auch albern klingen? 😜
Ich selber habe die Praxis des Tönens vor vielen Jahren kennengelernt. Nicht schön singen, nicht melodisch, keiner Vorgabe folgend. Fern ab von dem, was ich in Chören oder im Musikunterricht gelernt habe. Einfach nur meinen Körper als Resonanzraum zu nutzen und Töne entstehen zu lassen. Durch diese Praxis komme ich sehr schnell in eine tiefe Meditation und Entspannung.
Wenn der Klang sich in meinem Körper ausbreiten darf, löst dieser alte oder auch blockierte Emotionen. Ich kann damit Rückstände lösen, so wie ich manchmal auf eine Schüssel klopfe, um Teigreste zu lösen.
Welche Emotionen haben sich in Deinem Körper festgesetzt? Und wirst Du es auch mal ausprobieren?
Ich bin gespannt, wer mir von nun an aummend und brummed im Wald begegnen wird! 😉